Social Media Experiment: was passiert, wenn nichts passiert?

Große Unternehmen haben eigene Mitarbeiter für die Social Media Betreuung. Kleine und mittlere Unternehmen im Tourismus und Freizeit Bereich sowie Startups müssen meistens ganz ohne professionelle Hilfe damit klar kommen. Bei den knappen Ressourcen passiert es hin und wieder, dass Social Media für eine Weile vergessen werden und überhaupt nicht betreut werden. Wie schlimm ist das denn?

Um das herauszufinden habe ich ein Experiment gemacht und die Social Media Kanäle vom eigenen Startup einen Monat lang nicht angerührt. Mit welchen Konsequenzen muss das Unternehmen sich jetzt auseinandersetzen? O_o

Fangen wir mal von vorne an.

Wie viele und welche Social Media Kanäle waren bei dem Experiment mit dabei und um wie viele Abonnenten geht es da überhaupt?

Facebook, Twitter und Instagram mit 1953, 1981 und 60 Abonnenten/Follower entsprechend.

Wie viele Abonnenten/Follower hat das Startup insgesamt verloren?

Keine

Wie viele Abonnenten/Follower hat das Startup insgesamt gewonnen?

Drei

Und was ist mit dem Traffic auf der Seite?

Der ging natürlich verloren, da Social Media eine wichtige Traffic-Quelle für die Unternehmensseite ist.

Was hat das Experiment gezeigt?

Es ist nicht schlimm die Betreuung für eine Weile abzustellen. Jedenfalls empfiehlt es sich eine Meldung in dem jeweiligen Kanal herauszugeben, warum und wie lange der nicht betreut wird. Das gibt den Abonnenten einfach ein gutes Gefühl und zeigt, dass sie für das Unternehmen wichtig sind.

Dadurch das Instagram nicht auf Newsfeed aufgebaut ist, sondern auf Hashtags, hat Instagram Account sogar noch positive Bilanz gezogen. Dort hat der Account drei neue Follower dazu gekriegt.

Beim Twitter ist einfach nichts passiert. Niemand ist gegangen, niemand gekommen, kein Traffic auf die Seite geleitet worden. Das wars dann schon.

Bei Facebook auch so ähnlich. Es ist einfach nichts passiert. Da aber ein gutes Stück Traffic speziell im Blog Bereich von Facebook kommt, spiegelte sich der Aussetzer in Facebookbetreuung negativ in Seitenaufrufen-Statistik wider.

Welche strategischen Entscheidungen können davon abgeleitet werden?

Das Experiment half mir Spreu vom Weizen zu trennen. Ich konnte dadurch die Effizienz von den Social Media Kanäle für das Unternehmen viel transparenter machen. Und ich konnte klar nachvollziehen die Betreuung von welchen Kanälen für das Unternehmen aktuell am meisten bringt und welche Kanäle könnten entweder mit einer niedrigeren Priorität versehen werden oder gar nicht mehr betreut werden.
Gerade für die Unternehmen mit begrenzten Ressourcen kann so ein Experiment bei der strategischen Ressourcen-Planung helfen und einfach aufzeigen wie viel Energie diverse Kanäle brauchen, um effektiv zu sein, und welche davon ehe das Potenzial besitzen ein Selbstläufer zu werden (zumindest zum Teil).

Rahmenbedingungen

Es ist wichtig dabei zu bedenken, dass die Ergebnisse von meinem Experiment nur sehr begrenzt oder gar nicht von anderen Unternehmen genutzt werden können. Der Grund dafür ist, dass die Betreuung, die Art und Weise von Kommunikation und auch die Community, die jeweilige Seite sich aufgebaut hat und deren Anforderungen und Erwartungen eine sehr große Rolle spielen und stark die Ergebnisse beeinflussen können. Ich kann nur empfehlen mutig zu sein und selbst so ein ähnliches Experiment durchzuführen. Man kann alternativ nicht alle Kanäle zugleich ‚abstellen‘, sondern immer wieder nur eins davon pausieren. So würde man zu den ’saubereren‘ Erkenntnissen in Bezug auf die Wirksamkeit jeden einzelnen Kanals kommen.

Für mich hat sich das Experiment gelohnt, Veränderungen in der Strategie der Social Media Betreuung werden folgen.

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